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Theaterfechten


Das Theaterfechten oder Szenisches Fechten ist eine von mehreren auf der Bühne dargestellten Kampfrichtungen. Es verlangt eine spezielle Ausbildung. Diese erhält man entweder von speziellen Fechtmeistern an Schauspielschulen, bei privaten Vereinigungen oder inzwischen auch an einigen deutschen (Sport-)Fechtvereinen. 

Einordnen

Eingeordnet in die verschiedenen Fechtrichtungen, kann man sagen, dass das Theaterfechten neben dem Sportfechten, Historischen Fechten und Akademischen Fechten existiert (siehe: Fechten, Historische Kampfkünste, Mensur (Studentenverbindung)). In Deutschland erkämpft es sich dort gerade erst seinen Rang, in Frankreich ist es bereits etabliert. Im September 2006 (15.-17.09.) fand in Berlin die Erste Internationale Deutsche Meisterschaft im Szenischen Fechten statt.

Das Theaterfechten ist langsamer als das offizielle sportliche Fechten und klar (durch-)choreographiert. Es können zwei oder mehr Kämpfer auftreten und der Fechtbereich ist nicht auf eine schmale Bahn (Planche) reduziert. Es kommen Fechtstile und Waffen aus verschiedenen Jahrhunderten zum Einsatz. Insofern bestehen Parallelen zum Historischen Fechten.

Choreographie

Beim Bühnenfechten wird das Hiebfechten dem Stichfechten bevorzugt. Zum einen ist es etwas sicherer, zum anderen hat es eine größere optische Wirkung. Man vermeidet aus Sicherheitsgründen Stiche ins Gesicht. Meistens werden Stiche unter die Achseln oder außen ins Leere ausgeführt. Besonders theatralisch sind Szenen, in denen ein Held gegen drei Gegner kämpft. Es ist schon bei zwei Gegnern fast nicht möglich, richtig zu parieren, bei drei dagegen ist es völlig unrealistisch, außer man bekämpft sie nach der Reihe. Im Theaterfechten ist es sogar möglich, dass ein Held mit einer Quint (Parade gegen Kopfhiebe) drei Klingen gleichzeitig pariert und hält, also bindet.

Das Theaterfechten ermöglicht aber dafür, bestimmte Paraden anzuwenden, die im Sportfechten nicht möglich sind. Neben der Quint gibt es gegen Kopfhiebe auch noch, bei der die Klinge gespiegelt zur Quint verläuft - beim Rechtshänder also von links (Griff) nach rechts (Spitze). Es gibt sogar einen Paradenwechsel zwischen Quint und Sixt, den man Mühlenparade nennt. Abwechslungsreich ist beim Theaterfechten, dass man in den verschiedensten Szenerien kämpfen kann und nicht an eine schmale Planche gebunden ist. Die Fechter kämpfen z. B. in Kneipen oder auf Feld und Flur, manchmal auch auf verschiedenen Ebenen (z. B. an einer Treppe). Jeder kennt aus Theater, Film und Fernsehen die wilden waagerechten Hiebe gegen die Beine eines höher stehenden Gegners, der dann hochspringen muss.

Heute kann man auf Videoportalen wie Youtube nicht nur verschiedene Fechtstile beobachten, sondern auch sehen, wie praktisches Bühnenfechten funktioniert. Zum Üben werden gerne Safety-Waffen verwendet. Da die Fechter aber auf der Bühne selten Masken tragen, besteht besonders für Zähne und Augen Verletzungsgefahr. Die Schläge werden bei der Choreographie oft nach angelsächsischem Vorbild nur durchnummeriert.

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